70 Jahre Büdesheimer Turnverein

Wenn wir heute beim 70jährigen Jubelfest einen Rückblick auf die Geschichte des Vereins werfen, so müssen wir vorweg feststellen, dass es dem Turnverein gelungen ist, das Ziel der deutschen Turnerei, “Das Turnen zum Allgemeingut des deutschen Volkes, frei von parteipolitischen Einstellungen zu machen”, voll und ganz zu erreichen.

Die vorliegenden, noch aus der Gründungszeit zurückliegenden Aufzeichnungen lassen erkennen, welch ein Geist die 70 Jahre den Verein beherrschte, ein Geist der Opferfreudigkeit und der Kameradschaftlichkeit wie er sich selten in einer Körperschaft noch findet und die zum Teil schon vergilbten Blätter sprechen eine lebendige Sprache von der Sorge und Mühe, die sich die Männer der Vergangenheit gemacht haben, um dem Verein, dem sie zur Gründung verhalfen, auch einen Halt zu geben. Ihre Mühe wurde belohnt, wenn auch Schicksalsschläge mancher Art einschneidend in den Werdegang eingriffen und das Vorwärtsschreiten aufhalten wollten, aber immer wieder fanden sich Kräfte, die mit zäher Geduld und unendlicher Liebe zur Sache die schwersten Hindernisse zu überbrücken vermochten.

Bereits einmal durch den alten Turnvater Jahn selbst im Jahre 1848 gegründet, konnte sich der Verein infolge der politischen Zeitverhältnisse dieser Jahre nicht halten und erst im Jahr 1861, nachdem die Deutsche Turnerschaft selbst durch die Turntagung in Coburg ein festes Gefüge bekam, wurde auch in Büdesheim der Gedanke zur Gründung eines Turnvereins wieder wachgerufen und eine Schar von ca. 25 jungen Männern unter Führung von Adolf Braden schritten zur Gründung des Turnvereins Büdesheim. Wie in jeder Geschichte, so gibt es auch in dem Verein Wendepunkte, und so sind es hier die Jahre 1883/84 (Beginn des Aufstieges), 1890/91 (erster Hallenbau) und 1928/29 (Hallenumbau), in welchen durch außergewöhnliche Ereignisse das Fundament des Vereins immer mehr gefestigt und der Verein zu weiterer Blüte gebracht wurde.

Die ersten Jahre des Bestehens sind als die Jahre des Aufbaues, der unter Opfern aller Art mühevoll vollzogen wurde, zu betrachten; die Turnerei wurde sofort rege betrieben und durch Besuch von Turnfesten nach außen gezeigt, was erstrebt wurde, und so finden wir schon im Jahre 1883 auf dem Turnfest in Bingen den Turner Phillip Frey als Sieger, dem sich in den nächsten Jahren immer mehr anschlossen, und er Besuch der turnerischen Wettkämpfe wurde ein regelmäßiger; daneben wurde auch die innere Vereinsarbeit gepflegt. Im Jahre 1863 bereits konnte die erste Fahne geweiht werden, welche zu 350 Gulden angeschafft wurde und dem Verein, welcher damals 23 Mitglieder zählte, alle Ehre machte. Die Turnerei selbst wurde, weil damals den Vereinen keine Schulen oder Hallen zur Verfügung standen, in gemieteten Räumen vorgenommen, und sehr oft berichtet die Chronik von der Veränderung der Turnplätze, so dass schon damals immer mehr der Gedanke an ein eigenes Heim lebendig wurde, ein Ziel, dessen Verwirklichung aber noch lange Zeit auf sich warten ließ. Die Kriegsjahre 1866 und 1870/71 brachten den Verein dem Zusammenbruch nahe, und nur dem tatkräftigen Eingreifen des damaligen Vorsitzenden Heinrich Wendel ist es zu verdanken, dass er nicht zur Auflösung kam. Es gelang, den Verein wieder hochzubringen, trotzdem die Mitgliederzahl nie mehr wie 40 erreichte. Anfangs der 80er Jahre kam eine Krise, hervorgerufen durch persönliche Reibereien, Meinungsverschiedenheiten usw., die den Verein bis auf 13 Mitglieder herabdrückte. Jedoch diese kleine Schar wackerer Männer unter Führung des Im Jahre 1884 zu Vorsitzenden gewählten
Peter Paul Krämer

blieb dem Verein treu. Von diesen sind heute noch Josef Adamo, Georg Decker und Peter Kunz Mitglied. Allen Gewalten zum Trotz gelang es Ihnen, nicht nur die Mitgliederzahl zu heben, sondern auch dem Verein ein festes Gefüge zu geben. Eine Verlosung, die einen Überschuss von 600 Mark erbrachte, zeigte den Opferwillen der Turnfreunde.

Ein Bild der damaligen Zeitverhältnisse verdient besonders festgehalten zu werden. Die Ortspolizei stand nicht gut auf den Verein zu sprechen und fand Gelegenheit, ihm eins auszuwischen, als im Jahre 1885 der Verein mit klingendem Spiel seine Sieger durch den Ort geleitete. Das Verbot war übertreten und die Straße war 21,10 Mark. Allgemein entrüstet, rafften sie Bürger auf und innerhalb weniger Tage traten 85 junge Männer in den Verein. Nach außen hin wurde dadurch demonstriert, dass der Verein auf dem Gauturnfest in Bad Kreuznach erschien mit 140 Mann; alle trugen Trauerflor am Hut und das Abzeichen 21,10 Mark; außerdem marschierte der Verein ohne Gang und Klang, und Trommel und Pfeifen waren ebenfalls mit Trauerflor behangen. Dadurch allgemein aufgefallen, sah die Polizei ihren Fehler ein, und beim nächstjährigen 25-Jahr-Jubiläum wurde Versöhnung gefeiert.

Das Jahr 1886 brachte zum ersten Male die Mitgliederzahl auf über 200 gegenüber 15 im Jahre 1884. Oktober 1885 wurde die Aufnahme in den damals in Büdesheim tagenden Untere-Nahe-Gau (jetziger Rhein-Nahe-Gau) vollzogen, und nun setzte ein geregelter Turnbetrieb wieder ein, und es wird wohl kaum ein Gauturnfesst zu verzeichnen sein, bei welchem der Verein nicht vertreten war und Preise errungen hat. Der steht´s wachsende Turnbetrieb ließ den lang gehegten Wunsch nach einem eigenen Heim erneut aufleben, und in der Vorstandsitzung vom 6. Januar 1887 wurde auf Antrag des Turners Heinrich Braden der Beschluss gefasst, wegen Kauf eines Bauplatzes die nötigen Schritte baldmöglichst zu unternehmen, und im Jahre 1888 konnte der jetzige Turn- und Hallenplatz käuflich erworben werden. Die General- versammlung 1890 beschloss den Hallenbau endgültig, und dank der Baukommission, bestehend aus den 15 Turnern Heinrich Braden 4., Siegfried Simon, Johann Lamby1., Josef Kunz 4., Jakob Weckert 2., Josef Wendel, Martin Nage. 3., Jojann Franz Ebersmann, Johann Braden 7., Andreas Motz, P.P. Krämer, Phillig May 2., Johann Frank, Johann Jung, Bernhard Wendel, die sich gegenseitig für das aufzunehmende Baukapital und dessen Rückzahlung mit jährlich 540 Mark verbürgten, konnte der Bau sofort begonnen werden und bereits an Kirchweihe 1891 eingeweiht werden. Von den Vorgenannten leben heute noch die Turner Martin Nagel und Siegfried Simon.

Im März 1892 erhielt der Verein Korporationsrecht und im gleichen Jahre übernahm er zum ersten Mal das Gauturnfest des Unteren-Nahe-Gaues, dessen befriedigender Verlauf auch für den Verein ein Erfolg sowohl in der Zunahme der Mitgliederzahl als auch in finanzieller Hinsicht war. An Stelle des im Herbst 1892 zurückgetretenen und zum Ehrenvorsitzenden gewählten Peter Paul Krämer übernahm
Heinrich Braden

die Führung. War nun dem Verein durch die eigene Halle die Möglichkeit gegeben, sich turnerisch auf allen Gebieten zu entfalten, so wurde andererseits durch eine vernünftige Wirtschaftspolitik dafür gesorgt, dass die Mittel zur Abdeckung der Schuld sowohl als auch zur Förderung der Turnerei lebst immer zur Verfügung standen, so dass das Eigenheim sich zum Wohle des Ganzen auswirkte.

Als im Herbst 1899 Turner Heinrich Braden den Vorsitz niederlegte, wurde an seiner Stelle Turner
Simon Grünewald

Zum Vorsitzenden gewählt. 26 Jahre lang leitete er den Verein als Vorsitzender und stand ihm dann noch bis zu seinem im Jahre 1926 erfolgten Tode als Ehrenvorsitzender mit Rat und Tat zur Seite. Als Vorsitzender hat Simon Grünewald seine Lebensaufgabe “die Turnerei zu fördern und zu pflegen” voll und ganz erfüllt, und in den 26 Jahren seiner Führung nahm der Verein einen Aufschwung, der ihn überall, in Gau und Kreis, zu gutem Ansehen brachte. Von 185 Mitgliedern im Jahre 1899 stieg der Verein zeitweise bis auf über 300 Mitglieder, um trotz schwerer wirtschaftlicher Verhältnisse heute einen Mitgliederstand von 320 aufzuweisen. Die Tätigkeit Grünewalds wurde dadurch geehrt, indem er anlässlich des 60-jährigen Jubiläums im Jahre 1921 den Gau-Ehrenbrief und am 9. August 1925 den Kreisehrenbrief der Deutschen Turnerschaft erhielt

War der Besuch der Gauturnfeste immer ein sehr guter seitens unserer Wetturner, so galt es, nachdem im Jahre 1904 die Zöglings-Wetturnen eingeführt wurden und das erste in unserem Mauern stattfand, auf die Heranbildung der Jugend ein noch größeres Augenmerk zu richten, und wir finden kein Zöglingswetturnen, bei welchem nicht unser Verein die weitaus größte Zahl der Wetturner stellte und immer in den ersten Reihen der Sieger zu finden war. 1906 wurde das 21. Gauturnfest hier gefeiert. In diesem Jahre konnte der Verein zum ersten Male die Aufnahme einer Schülergruppe verzeichnen. Von den damals eingetretenen Jungens gelang es bereits beim dritten Zöglingswetturnen in Horrweiler am 3. September 1906 den 11jährigen Bernhard Schüler einen 8. Preis zu erzielen. In Treue immer dem Verein angehörend, können wir ihm heute als jüngsten Jubilar die Auszeichnung für 25jährige Mitgliedschaft überreichen.

Im Jahre 1911 wurde das 50. Jubiläum, verbunden mit Zöglingswetturnen, begangen. Drei Gründern, und zwar den Turnern Franz Mayer, Johann Kunz und Josef Kunz, konnte dabei das Diplom für 50jährige Mitgliedschaft überreicht werden.

Im März 1914 wurde der um die Turnsache sehr verdiente Phillip Mauer anlässlich seines Wegzuges nach Heidelberg zum Ehrenmitglied ernannt.

Der Verein stand nun in schönster Blüte, bis im Jahre 1914 das gewaltige Völkerringen auch für uns zur Schicksalsstunde wurde. Von 233 Mitgliedern wurden 145 zur Fahne gerufen; davon mussten 24 ihr Leben fürs Vaterland lassen. Der Verein ehrte deren Andenken durch Anbringung einer Gedenktafel in der Halle im Jahre 1920.

Die Namen der Gefallenen sind:

Dem Gedenken

der gefallenen Turner des Turnvereins Bingen-Büdesheim

Sie gaben Ihr Leben

Für Volk und Vaterland

Ltn. Der Res. Ammelburger, Engelbert 23.03.1918
Grenadier Braden, Konrad 23.04.1917
Musketier Braden, Joh. Rochus 27.11.1915
Ers.-Reservist Bermann, Karl 30.09.1915
Reservist Götz, Philipp 27.10.1916
Musketier Grünewald, Simon 11.07.1919
Reservist Heinz, Adam 28.10.1914
Musketier Hoos, Peter 30.05.1916
Wehrmann Jung, Karl 11.07.1919
Reservist Kunz, Josef 08.03.1915
Bataillon – Arzt Kunz, Anton 11.02.1919
Ers.-Reservist Lamby, Gustav 05.08.1916
Musketier Link, Heinrich 26.03.1918
Kanonier Memmel, Hermann 11.08.1916
Gefreiter Motz, Peter Josef 30.09.1918
Musketier Motz, Jean 20.05.1918
Musketier Pertgen, Andreas 08.12.1914
Füselier Rudolf, Lorenz 10.03.1916
Landsturmmann Schild. Karl 14.07.1918
Musketier Schmitt, Philipp 03.08.1916
Ers.-Reservist Silbernagel, Jakob 07.11.1916
Infanterist Belder, Oskar 20.08.1914
Musketier Wöstmann, Josef 20.08.1917
Kanonier Zell, Franz 10.03.1918

Wie wohl überall, musste der Turnbetrieb in der Kriegszeit ruhen und umso mehr bei uns, weil die Halle fortwährend als Gefangenenlager beschlagnahmt war, und nach Einzug der Besatzung wurde sie von derselben über ein Jahr als Quartiersaal benutzt. Erst im Sommer 1919 konnte die Turnerei wieder aufgenommen werden, und nun galt es, die verloren gegangenen fünf Jahre wieder aufzuholen. Eine schwere Aufgabe, die aber auch jetzt eine glückliche Lösung fand, als sich uns in der Person des Turners Heinrich Honrath als Turnwart eine Kraft zur Verfügung stellte, die allen Anforderungen gerecht wurde. Honrath fand überall willige Unterstützung, und so konnten wir bald wieder das früher gewohnte Leben und Treiben in unserer Halle beobachten. Schüler und Zöglinge sowie die älteren Turner wetteiferten miteinander, und im Jahre 1920 konnte sich noch eine Damenriege dazu gesellen. Außerdem trat eine Sportabteilung ins Leben, und der Verein stellte derselben einen Acker an der Rochusstraße als Spielplatz zur Verfügung, woselbst im Jahre 1921 das 60jährige Bestehen gefeiert werden konnte. Bei dieser Gelegenheit wurden vier Turner, welche im Jahre 1891 den Garantiefonds für den Hallenbau zeichneten, zu Ehrenmitgliedern ernannt. Es waren Johann Lamby, Andeas Motz, Martin Nagel und Siegfried Simon. Vom Gau erhielten die Turner Josef Kunz und Simon Grünewald den Ehrenbrief. Ebenfalls wurde der unserem Verein angehörende unvergessliche Carl Rie. Stahl (Ober-Ingelheim) zum Ehrenmitglied ernannt.

Im Herbst 1921 nahm Turner Honrath am Turnlehrgang in Spandau teil, und konnten die dabei gemachten Erfahrungen und Anregungen sehr zum Vorteil unseres Vereins verwertet werden.

Die Krisen des Jahres 1923, passiver Widerstand und die damit verbundenen vielen Ausweisungen, sowie die fortschreitende Geldentwertung hemmten den Turnbetrieb und brachten dem Verein auch finanzielle Niederschläge. Leider fiel auch unser Sportplatz der Inflation zum Opfer, da die Mittel zur Bezahlung der Pacht nicht mehr herbeigeschafft werden konnten. Erst im Jahre 1924 kamen wir allmählich wieder in das alte Geleis. Der Turnbetrieb lebte wieder auf und erweiterte sich, neue Abteilungen wurden angegliedert, es entstanden Wandergruppe und Handballmannschaften, welch letztere anfangs auf dem städtischen Gelände auf der Hochstatt und nachdem die Vereinigung der politischen Gemeinde Büdesheim mit Bingen vollzogen, benutzen wir dank dem Entgegenkommen der Stadtverwaltung den früheren Exerzierplatz an der Büdesheimer Chaussee (im Volksmund “Franzosenacker” genannt) auf welchem Platz auch heute das 40. Gauturnfest gefeiert wird. Ende Oktober 1924 wurden in einer Vereinsfeier verschiedene altbewährte Mitglieder geehrt; Präsident Simon Grünewald wurde Ehrenvorsitzender, zweiter Vorsitzender Michael Grünewald und die Turner Josef Adamo, Georg Decker und Peter Kunz erhielten das Diplom als Ehrenmitglied.

Im Januar 1925 übernahm Turner Gustav B r a d e n die Führung. Unter seiner Leitung wurde der schon öfters erwogene Plan, die längst nicht mehr als ausreichend erkannte Halle zu erweitern bzw. vollständig umzubauen, zum Beschluss erhoben. Der Verein war sich wohl bewusst, welch gewaltige Aufgabe er übernommen hatte und welch große Mittel aufzubringen seien, um das geplante Werk durchzuführen, aber dank der opferfreudigen Teilnahme der gesamten Bürgerschaft und der Unterstützung der Stadtverwaltung Bingen konnte der Vorstand in Verbindung mit dem Bauausschuss unter Leitung des Turners Lemmer den Bau in Arbeit geben. Bereits an Kirchweihe 1929 wurde die Halle, wenn auch noch nicht vollständig fertig, ihrer Bestimmung übergeben.

Leider war es dem jungen Vorsitzenden Gustav Braden nicht vergönnt, die endgültige Fertigstellung der Halle zu erleben. Voller Idealismus für die Turnerei, der er seine Lebensaufgabe widmete, und eine hoffnungs- volle Führung für unseren Verein hat ihn uns am 16. Februar 1930, im Alter von 40 Jahren den Tod entrissen.

Die Generalversammlung vom 8. März 1930 wählte einstimmig den Turner

Georg Lemmer


Zum Nachfolger, und lag es an ihm ob, die Fertigstellung der Halle zu bewerkstelligen und jetzt neben der allgemeinen Vereinsarbeit die Vorbereitungen zum 70jährigen Jubelfest und dem 40. Gauturnfest durchzuführen. Die durch den Hallenbau veränderte finanzielle Lage machte es notwendig, den Verein in das Vereinsregister des Amtsgerichtes Bingen einzutragen. Durch Generalversammlungsbeschluß vom 8. März 1930 wurde der Eintrag einstimmig gutgeheißen und sechs Vorstandsmitglieder zur Vertretung bestimmt. Der Verein führt von da ab den Namen

Turn-Verein Bingen-Büdesheim, e.V. gegr. 1861.


Zur Zeit gehören dem Turnverein rund 320 Mitglieder an, von denen sich eine große Anzahl aktiv in allen turnerischen Zweigen betätigen, und wir finden unter Leitung der Turnwarte Kron und Wirth sowie sonstiger älterer Turner allabendlich sich eine muntere Schar in der Halle bewegen. Das Deutsche Sportabzeichen für Leibesübungen konnten sieben Turner sich erringen. Die Damenriege mit 26 Mitgliedern berechtigt zu den besten Hoffnungen, und unsere drei Handballmannschaften stehen im Gau nicht an letzter Stelle. In der letzten Gau-Runde 1930/31 hat die Jugendmannschaft die Gaumeisterschaft errungen. Unter Führung des Wanderwartes Wirth treffen sich allsonntäglich unsere Jungens und Mädels zur frohen Wanderfahrt und Spielen. Der im vergangenen Jahre gebildete Spielmannszug hat sein Können schon mehrfach bewiesen, und der Verein hat auch durch Anschaffung von Pauke und neuen Trommeln den Ausbau der Abteilung gefördert.

Von den 320 Mitgliedern gehören dem Verein 74 Mitglieder 25 und mehr Jahre an, und zwar die Turner:

Ehrenmitglieder:
Adamo, Josef 54 Jahre Gründewald, Mich. 2. 47 Jahre
Decker, Georg 50 Jahre Nagel Martin 46 Jahre
Kunz, Peter 50 Jahre Simon, Siegfried 44 Jahre
25 Jahre und länger
Götze, Franz 1. 47 Jahre Damm, Franz 37 Jahre
Karbach, Anton 47 Jahre Dore, Franz 37 Jahre
Orben, Jakob 47 Jahre Krämer, Franz Anton 37 Jahre
Schönemann, Johann 47 Jahre Kunz, Kaspar 37 Jahre
Grünewald, Andreas 46 Jahre Wink, Jakob 34 Jahre
Schneider, Jakob 46 Jahre Eckert, Gustav 33 Jahre
Schüler, Franz 46 Jahre Lutz, Paul 32 Jahre
Zell, Martin 46 Jahre Rau, Adam 32 Jahre
Bär, David 45 Jahre Heinz, Philipp 32 Jahre
Braden, Eduard 45 Jahre Braden, Franz 31 Jahre
Riffel, Carl Josef 45 Jahre Eckert, Peter 31 Jahre
Rösch, Michel 44 Jahre Heinz, Anton 31 Jahre
Roos, Martin 44 Jahre Jung, Philipp 31 Jahre
Frey, Jean * 43 Jahre Heckmann, Heinrich 31 Jahre
Merz, Jacob *                         (Inhaber des Gau-Ehrenbriefes) 42 Jahre Gilles, Georg 31 Jahre
Lemmer, Georg 30 Jahre
Walter, Michel * 42 Jahre Honrath, Heinrich 29 Jahre
Brück, Johann * 42 Jahre Wirth, August 29 Jahre
Fickinger, Franz * 41 Jahre Spira, Josef 29 Jahre
Schieferstein, Lorenz * 40 Jahre Closheim, Johann 29 Jahre
Ferner 25 Jahre
Bellenbaum, Julius Jung, Peter
Berg, Josef Jung, Franz Rochus
Beyer, Josef Klick, Paul
Beyer, Heinrich Mayer, Josef
Braden, Heinrich Müller, Franz
Brück, Franz Rudolf, Johann
Eckert, Franz Schüler, Bernhard
Eckert, Jakob Spira, Jakob
Frey, Wilhelm Stumm, Paul
Gord, Heinrich Stumm, Baptist
Grünewald, Josef Tratzky, Georg
Grünewald, Peter Walter, Anton 1.
Jung, Franz Wendel, Bernhard
Jung, Heinrich Wenicker, Jean
Jung, Josef

(Die mit einem Sternchen [*] versehenen Mitglieder sowie die Silberjubilare erhalten heute die Ehrennadel)

Gewaltige Arbeit im Dienste der Turnerei wurde in dem Verein in den vergangenen 70 Jahren geleistet. Mit Stolz blicken die Mitglieder auf die Vergangenheit zurück, die Alten froh des vollbrachten Werkes und die Jungen mit dem Willen, durch Nacheiferung und Fortführung des Werkes ihnen den Dank abzustatten. Daß dem Turnverein Bingen-Büdesheim und nicht zuletzt der gesamten Deutschen Turnerschaft ein weiterer Aufstieg beschieden sein möge, das sei unser aller Wunsch zum 70jährigen Jubelfest!